{"id":13602,"date":"2021-01-10T08:27:15","date_gmt":"2021-01-10T07:27:15","guid":{"rendered":"https:\/\/mwehle.eu\/wp\/?p=13602"},"modified":"2021-01-10T08:43:28","modified_gmt":"2021-01-10T07:43:28","slug":"13602","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wehle.ee\/wp\/?p=13602","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2021-01\/soziale-medien-donald-trump-twitter-facebook\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">J\u00f6rg Wimalasena, Die Zeit<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><strong><span class=\"\" style=\"font-family: sans-serif; font-size: larger;\">Twitters Argumente sind d\u00fcnn<\/span><\/strong><br \/>\nDie jetzige Verbannung des Pr\u00e4sidenten ist jedoch problematisch. Zwar kann die Plattform als Privatunternehmen nat\u00fcrlich jeden Nutzer entfernen, der sich nicht an die Nutzungsbedingungen h\u00e4lt, die Argumentation in Fall Trump ist jedoch d\u00fcnn.\u00a0<a class=\"\" href=\"https:\/\/blog.twitter.com\/en_us\/topics\/company\/2020\/suspension.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twitter st\u00fctzt sich in seiner Entscheidung auf zwei Tweets<\/a>, die Trump am Freitag kurz nach einer tempor\u00e4ren Sperrung seines Accounts absetzte. Er teilte mit, dass er nicht an der Amtseinf\u00fchrung seines Nachfolgers Joe Biden teilnehmen wolle und dass er sich verbitte, dass seine Anh\u00e4nger &#8222;in irgendeiner Weise respektlos oder ungerecht behandelt&#8220; w\u00fcrden. Darin einen Aufruf zur Gewalt zu erkennen, klingt weit hergeholt und so st\u00fctzte Twitter seine Entscheidung auf den weiteren Kontext von Trumps Verhalten in den vergangenen Tagen und Wochen. &#8222;Diese beiden Tweets m\u00fcssen im Zusammenhang mit den breiteren Ereignissen im Land und der Art und Weise gelesen werden, wie die Erkl\u00e4rungen des Pr\u00e4sidenten von verschiedenen Gruppen mobilisiert werden k\u00f6nnen, etwa zur Anstiftung zu Gewalt, sowie im Zusammenhang mit dem Verhaltensmuster dieses Accounts in den letzten Wochen&#8220; \u2013 so lautete das sperrige Statement von Twitter. Die Plattform st\u00fctzt ihre Entscheidung also nicht nur auf gepostete Inhalte, sondern auf das generelle Verhalten des Pr\u00e4sidenten und die Rezeption seiner Statements. Damit erteilt Twitter sich selbst ein merkw\u00fcrdig breites Mandat zur Gesamtbeurteilung des Verhaltens seiner Nutzer und deren Anh\u00e4nger, das \u00fcber eine simple Kontrolle der geposteten Inhalte hinausgeht \u2013 die an sich schon diskussionsw\u00fcrdig w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u03a9\u00a0\u03a9\u00a0\u03a9<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Twitter und Facebook damit begannen, die \u00c4u\u00dferungen des Pr\u00e4sidenten nicht l\u00e4nger sporadisch, sondern in gr\u00f6\u00dferem Umfang zu kommentieren und zu problematisieren, als klar wurde, dass er die Wahl verlieren w\u00fcrde \u2013 und somit k\u00fcnftig von Trump vermutlich keine Gefahr mehr f\u00fcr deren Gesch\u00e4ftsmodell ausgeht. Mit den Wahlsiegen in Georgia haben die Republikaner nun nicht einmal mehr die Mehrheit im Senat. K\u00fcnftige Anh\u00f6rungen werden von den Demokraten geleitet, die schon seit Jahren ein aktiveres Vorgehen der Internetkonzerne gegen Trump und den rechten Medienkosmos in seinem Umfeld fordern. Da k\u00f6nnte es angesichts andauernder Monopolismus-Debatten um die Macht der Plattformen nicht schaden, der k\u00fcnftigen Mehrheits- und Regierungsfraktion entgegenzukommen. Dass Twitter nach Trumps jahrelangen Skandaltweets, die man auch in der Vergangenheit als Aufruf zur Gewalt (etwa die Forderung, Bundesstaaten mit strengen Covid-Beschr\u00e4nkugen\u00a0<a class=\"\" href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/outlook\/2020\/04\/17\/liberate-michigan-trump-constitution\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zu &#8222;befreien&#8220;<\/a>) h\u00e4tte bewerten k\u00f6nnen, nun in den letzten Tagen seiner Pr\u00e4sidentschaft so entschieden vorgeht, hat zumindest einen faden Beigeschmack.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00f6rg Wimalasena, Die Zeit: Twitters Argumente sind d\u00fcnn Die jetzige Verbannung des Pr\u00e4sidenten ist jedoch problematisch. 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